Warum EDC (Everday Carry)?

Aktualisiert: Jan 10

#edc #everydaycarry


Es sind die kleinen Dinge im Leben.


Genauer gesagt sind es die ganz alltäglichen Dinge, die eine besondere Aufmerksamkeit verdienen. Es sind die Dinge, die wir täglich anfassen, die andere mit uns assoziieren oder auf die wir schlicht angewiesen sind.


EDC, everyday carry. Der Versuch eine ebenbürtige Übersetzung ins Deutsche zu finden, scheitert leider kläglich (Dinge des Alltags? Gegenstände, die ständig mitgeführt werden? Alltagsausrüstung?). Unabhängig von der Begrifflichkeit gibt es unzählige Debatten darüber was genau unter EDC zu verstehen ist:


Puristen verstehen darunter ausschließlich die Gegenstände, die täglich am Körper mitgeführt werden, selbst wenn es nur der Gang zum Briefkasten ist. Dem gegenüber zählen andere auch vollständig ausgestattete Rucksäcke zu EDC.



Meine Definition ist eine recht simple: das beste EDC ist Dein EDC und zwar so wie du es gern führst. Kein EDC ist besser als das andere, denn im besten Fall verbindet man mit seinem EDC Kit ganz persönliche Erinnerungen.


Was also zeichnet ein gutes EDC Kit aus?


Es sollte Spaß bereiten, den Alltag erleichtern, schön anzuschauen sein, sich gut anfühlen und qualitativ hochwertig sein. Im besten Fall sollte man möglichst viele Erinnerungen mit dem Gegenstand verknüpfen. Wäre es nicht schön, wenn beim Anblick des Kugelschreibers, den man seit 20 Jahren mit sich trägt, sofort Erinnerungen an die Heiratsurkunde oder den Kaufvertrag für das Eigenheim hochkommen? Wenn das Produkt, dann noch so qualitativ gefertigt ist, dass man dieses sogar vererben könnte, ist es sogar "everyday" im wahrsten Sinne.



Meine EDC Uhr


Ich darf mich glücklich schätzen. Zum Abschluss meines Studiums habe ich von meinen Eltern eine Omega Planet Ocean geschenkt bekommen. Seit inzwischen fast einem Jahrzehnt trage ich diese Uhr fast täglich an meinem Handgelenk. Das ist nicht ganz richtig, im ersten Jahr habe ich aus Angst sie zu beschädigen fast nur daheim getragen.

Bis heute bin ich sehr dankbar, dass meine Eltern mir dieses unverhältnismäßige und für die Wertvorstellung meiner Familie doch eher ungewöhnliche Geschenk gemacht haben.



Je nach Anlass und sonstigem EDC Kit variiere ich gern das Band. Ob originales Stahlband oder Lederband bis hin zum NATO oder Kautschuk-Band. Diese Uhr begleitet mich zu Geschäftsterminen (und war hier bereits mehrfach ein "Conversation Starter"), auf Hochzeiten (auch meiner eigenen), auf Reisen (ich versuche in jedem Urlaub mindestens einen Moment mit dieser Uhr zu verbinden) oder einfach beim Gassigehen.


Einer meiner größten Wünsche wäre es alle meine wichtigsten Erinnerungen an diese Uhr zu knüpfen und sie eines Tages zu vererben. Hoffentlich bleibt sie mir bis dahin erhalten.


Ach ja, die Zeit zeigt sie auch an.



Mein EDC Portemonnaie


Fast mein gesamtes Leben, hatte ich eine klassische Bifold Geldbörse. Schwarz, recht groß, aus Leder. In der Regel war es vollgepackt mit allen Karten, die ich jemals erhalten habe, sowie Kassenzetteln aus den letzten Jahren.


Vor einiger Zeit entdeckte ich die eher minimalistischen Kartenetuis für mich und bin seit jeher ein treuer Befürworter.


Eines Tages lief ich mit meiner Frau durch einen Karstadt und entdeckte dieses Etui von Marco Polo. Das besondere war, dass es sowohl unglaublich klein und schlank im Profil war, als auch über ein Fach für Geldscheine verfügte, bei dem man die Scheine nicht vorher falten muss. Meine Frau bemerkte mein Interesse daran und kaufte es mir spontan. Sie wusste, dass ich es immer bei mir haben würde. Daran hat sich bis heute nichts geändert.


Es spielt für mich keine maßgebliche Rolle, von welcher Marke ein Produkt hergestellt wird.

Viel entscheidender sind die Eigenschaften des Produkts. Welche Materialen werden verwendet? Wie ist es verarbeitet? Bietet es eine Eigenschaft, die mir den Alltag erleichert?

Meine Frau und ich pflegen eine Tradition, dass wir uns gegenseitig eher Erlebnisse als Gegenstände schenken. Falls es doch Gegenstände sind, dann legen wir darauf wert, dass es Dinge sind, die wir ständig benutzen und uns lange Freude bereiten werden.



Mein EDC Stift


Mein Vater hat lange Zeit in einem Betrieb gearbeitet. Als er den Betrieb eines Tages verlassen hat, um eine neue Position anzunehmen, hat er einen Montblanc Meisterstück Kugelschreiber geschenkt bekommen. Er hat diesen Kugelschreiber seit jeher immer dabei. Er hat stets darauf bestanden seinen Kugelschreiber zu benutzen, keinen anderen. Während meines Studiums habe ich meinen Vater bei einem Projekt unterstützt. Als wir das Projekt abgeschlossen haben, hat er mir einen Montblanc Meisterstück Kugelschreiber gegeben. Es war nicht seiner, ich sollte einen Eigenen erhalten.



Ähnlich wie bei der Uhr, traue ich mich bis heute nicht diesen Kugelschreiber immer mitzuführen. Aber es ist der einzige Stift, der auf meinem Schreibtisch liegt und auch ich bestehe seitdem darauf, nur diesen Stift zu benutzen. So durfte ich schon einige der für mich wichtigsten Dokumente mit diesem Stift unterzeichnen und hoffe, dass sich daran auch in Zukunft nichts ändern wird.


Abgesehen von den sentimentalen Aspekten, ist es einfach ein unglaublich schöner Stift. Er hat ein für mich nahezu perfektes Gewicht und liegt toll in der Hand. Das Montblanc "blau" ist in meinen Augen nicht nur ein sehr edles blau, die Mine erlaubt auch ein weiches Schreiben ohne zu verwischen - als Linkshänder ein entscheidendes Kriterium für einen guten Stift.



Mein EDC Messer


Als Kind der 80er und 90er bin ich mit Fernsehsendungen wie A-Team oder Knight Rider aufgewachsen. Eine Serie stand jedoch über allen anderen: MacGyver


MacGyver hatte es immer dabei, das kleine rote Schweizer Taschenmesser (aka Swiss Army Knife, SAK). Genau genommen, war MacGyver EDCler aus Überzeugung. Daher war es auch kein Zufall, dass ich mir in meiner Kindheit nichts sehnlicher gewünscht habe, als ein Taschenmesser. Mit ca. 8 Jahren durfte ich ein gefundenes, stumpfes Baumarkt Taschenmesser behalten. Jahre später, während eines Sommerurlaubs in Polen, hat mein Opa mir dann überraschend eine originales SAK geschenkt.


Fast jeden Werkzeugeinsatz habe ich versucht mit diesem Messer zu ersetzen. Bald ist es 25 Jahre alt. Inzwischen genießt es seine Rente, aber beim Anblick dieses Messers durchlebe noch heute Abenteuer aus meiner Kindheit und Jugend.




Neben dem SAK hat noch ein zweites Taschenbesser einen besonderen sentimentalen Wert für mich, mein La Guiole. Es ist ein Hochzeitsgeschenk. Meine Frau hat es mir während unserer Flitterwochen gekauft. Während unserem Roadtrip durch Europa haben wir Halt in Paris gemacht. Sie war es, die mir gut zugeredet hat am letzten Tag doch noch in einen La Guiole Laden zu gehen und sie wollte es sich nicht nehmen lassen, mir eines der Messer zu schenken.

Wir haben eine weitere Tradition. In fremden Städten, vor allem in Städten mit Wasserzugang, machen wir abends gern ein Picknick am Wasser. Das La Guiole ist mein Standardmesser für diese Trips und Picknicks. Es ist unglaublich elegant, versprüht Tradition und öffnet bei Bedarf auch eine Flasche Wein.



Vielleicht ist es unglaubwürdig, wenn ich sage, dass ich kein Materialist bin. Nachvollziehbar, wenn ich mir die Aufzählung so anschaue. Aber ich kann versichern, dass es nicht um den monetären Wert dieser Gegenstände geht, sondern um den emotionalen.


Mein Rat an alle, die EDC für sich entdecken möchten:

Schenkt den Dingen des Alltags besondere Aufmerksamkeit. Ob als Geschenk für Andere oder sich selbst, achtet auf Wertigkeit und sammelt Erinnerungen.


von Maciej Siniew


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