Warum ein Leatherman in jedes gute EDC gehört

#edc #everydaycarry


Durch das Angeln bin ich zu meinem ersten Leatherman gekommen. Bis dahin war ein Schweizer Taschenmesser mein ständiger Begleiter, aber die Zange hat mich dann irgendwann doch überzeugt.



So wie mir, ging es sicherlich auch Anderen. Es sind die Eigenschaften der eierlegenden Wollmilchsau, die den Leatherman so attraktiv machen. Der Leatherman dürfte der Inbegriff der Vielseitigkeit sein.

Welche Funktion auch immer bevorzugt wird, Leatherman dürfte ein entsprechendes Modell im Angebot haben, das kaum Wünsche offen lässt. Beachtlich ist, dass neben gefederten Zangen und Taschenmesserfunktionen auch ganze Schraub-/Bit-Sets und anderen Werkzeuge Einzug in das handliche Format erhalten haben. So dürfte es nicht wundern, dass der Begriff des "Leatherman" regelrecht synonym für Multitools verwendet wird. Deonym nennt man es, wenn Markennamen anstelle von Produkttypen verwendet werden. Leatherman Deonym wäre auch eine schöne Modellbezeichnung, aber ich schweife ab.



Unter keinen Umständen sollte dies eine Abwertung des allseits geliebten Schweizer Taschenmessers sein. Im Gegenteil, beide ergänzen sich hervorragend und haben zurecht ihre jeweilige Fangemeinde. Allerdings ist nicht von der Hand zu weisen, dass die stark werkzeuglastige Wahrnehmung des Leathermans ihn teilweise noch weniger als Waffe erscheinen lässt, als ein Taschenmesser. Dies ist insofern irreführend, da die häufig einhändig zu bedienende Klinge und Arretierung hierzu in direktem Widerspruch steht.


Ein Leatherman ist praktisch. Das kleine Format gepaart mit der Menge an Funktionalität, macht ihn zu einem idealen Begleiter im Alltag, Auto, Schuppen und im Büro.

Tatsächlich hat es der kleine Leatherman Squirt z.B. in meinen dauerhaften "Kleinkram"-Beutel in der Arbeitstasche geschafft. Dieses Modell ist so unscheinbar, dass sich auch bei einem geschäftlichen Termin niemand bedroht fühlt. Dafür hat er mir schon etliche Male aus der sprichwörtlichen Patsche geholfen.



Man könnte nun argumentieren, dass der Leatherman kein sonderlich emotionaler EDC Gegenstand ist und somit nicht alle guten Kriterien für einen EDC Gegenstand erfüllt. Keine außergewöhnlichen Materialien mit Patina-Potential, eine sehr toolistische Designsprache und wenig Raum für Individualisierung. Aber ich möchte dennoch dagegen halten, denn die Wertigkeit eines Leatherman erlaubt es über viele Jahre Erinnerungen zu sammeln. Es sind diese Erinnerungen, die einem Gegenstand häufig mehr Charakter geben als es Patina allein jemals könnte.



Worauf sollte man beim Kauf eines Leathermans achten sollte:

Mehr Features sind nicht zwangsläufig besser, denn ein Leatherman kann für das Mitführen im Alltag schnell zu schwer werden. Ein Leatherman Wave + schlägt einen Leatherman Skeletool sicherlich in Sachen Funktionsumfang. Allerdings nützt dies jedoch nichts, wenn er dafür häufiger zuhause bleibt, weil man ihn nicht mitschleppen möchte.

Wer die Zange häufiger verwendet, sollte bedenken, dass nicht alle Modelle über eine gefederte Zange verfügen.

Die Kleinsten Leatherman Modelle schaffen es häufig sogar durch Flughafenkontrollen. Dies soll keine Aufforderung oder Rechtsberatung sein. Jedoch existiert häufig der Wunsch ein Multitool mitzuführen, selbst wenn nur mit Handgepäck verreist wird.

Modelle mit Bit Halterung werden häufig ohne Bit-Set verkauft, ein nachträglicher Zukauf ist häufig teurer als nötig.

Apropos teuer, das Preis-Leistungs-Verhältnis sämtlicher Leatherman Modelle ist in der Regel schlicht sehr gut.


Übrigens sollte dies nicht zwingend ein Plädoyer für Leatherman sein, sondern für Multitools allgemein. Mist, da war es wieder, das Deonym.


von Maciej Siniew

8 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen